Dienstag, 9. April 2013

Brüggemann vs. Börgerding

Im Klub-Dialog hat Bremens Intendant Michael Börgerding sieben Eine-Minute-Thesen zum Theater in unserer Zeit aufgestellt. Das darf nich unwidersprochen bleiben. Hier meine schnell hingeschribenen Einlassungen.

1) Stadttheater


Städte sehen heute anders aus als vor 10, 20, 50 oder 100 Jahren. Das hat zu tun mit Geld-, Waren- und Menschenströmen, auch mit politischer Gestaltung und wundert eigentlich niemanden.

Wenn man etwas älter ist, staunt man vielleicht über das Tempo der Veränderung. Für viele ist die Großstadt eine lustvolle Jetzterfahrung mit ungeahnten Möglichkeiten und gewollten Risiken. Während Science-Fiction-Fans schon lange wissen, dass die Mega-Stadt der Zukunft aus einem bewachten Luxusraum der Superreichen und den endlos wuchernden Slums besteht, bevölkert von untoten Restmenschen, den Zobies. Dass das Theater heute anders aussieht als vor 10, 20, 50 oder 100 Jahren, verwundert hingegen noch immer viele. Dass es anders aussehen könnte und oft müsste, hat seine Begründung in der Veränderung unserer Erfahrungen von Großstadt.

1) Replik Stadttheater


Dass Stadttheater-Macher behaupten, ihr Theater würde ein Ort der Verwandlung sein, ein Raum, in dem die Zukunft vorgedacht wird, ist einer der vielen Punkte, in denen das Theater erfreulicher Weise so alt argumentiert wie eh und je. Fakt ist, dass die wahren Zombies der lebendigen, modernen Städte die alten Stadttheater sind, die innerhalb der bestehenden Subventions-Strukturen zwar von Umbruch reden, am Ende aber lediglich Epigonen des kulturellen Wandels darstellen und die Zeichen der Zeit nicht vorwegnehmen, sondern dann auf die Bühne stellen, wenn sie im realen Leben längst wieder geklittert werden.
Gerade im Wandel von Geld-, Waren- und Menschenströmen wäre es innovativ, wenn die Traditionseinrichtung Theater ihre Modernität durch das Festhalten an alten Werten unter Beweis stellen würde: an der Pflege und Neubefragung der Tradition, statt sich dort zu verorten, wo andere schon längst viel weiter und kreativer sind. Kern der Theaterkultur ist ihre Sinnlichkeit – sie gilt es, notfalls auch gegen die tickende Weltzeituhr, zu behaupten.


2) System und Umwelt


Theaterleute sind immer gefährdet, dass sie nur im Theater etwas sehen und nur vom Theater etwas verstehen. Die “Welt” da draußen – die eine Welt der Vermittlung und der Bilder ist – dringt nicht immer bis in das System Theater. Die Welt “da draußen” – eine Welt der harten sozialen Realitäten und scheiternden Biographien mit einer neuen existenziellen Erfahrung: Freiheit macht arm – dringt nicht von selbst auf die Bühne. Das Theater ist im Augenblick vielleicht wie nie auf die Ressourcen der Umwelt angewiesen. Angewiesen auf Fachleute, auf Soziologen, bildende Künstler, Designer, Filmemacher und Werber, auf Kreative, auch auf Spezialisten des Alltags. Man kann dabei die Vielfalt von Meinungen, Haltungen, Blicken zum einen aushalten (was bisweilen schwer genug ist), man profitiert zum anderen tatsächlich von ihr. “Diversität lässt auf Wohlstand schließen”, heißt es lapidar in der Soziologie. Man könnte die Vielfalt eines Stadttheaters auch mit Walt Whitman besingen: “I am large, I contain multitudes.”.


2) Replik: System und Umwelt.

Das Theater verliert jeden Anspruch darauf, Teil der Welt „da draußen“ zu sein, wenn sie Soziologen, bildende Künstler, Designer, Filmemacher und Werber – so genannte Kreative – als eben diese „Draußewelt“ definiert. Als wenn Schakespeare den Pressesprecher von Königin Elisabeth und Rat gefragt, oder Renaissance-Soziologen verdichtet hätte! Die Welt da draußen ist kein Ort, den ein hermetisches Theater betrachtet, um mal schnell die Bühnentür aufzumachen und sich via Youtube Experten einzuladen. Die Welt da draußen ist längst das eigentliche Spektakel, und seine Experten sind die Bauarbeiter, die Hartz IV-Empfänger, die Politiker, Denker und, ja – zum kleinen Teil auch – die selbst ernannten Kreativen! Man könnte das Stadttheater tatsächlich mit Walt Whitman besingen, man könnte aber auch einfach nur mal das Fenster aufmachen, U-Bahn fahren und das Spektakel unserer Zeit als Bühne begreifen, deren Existenzkampf die Legitimation für jede Form der theatralen Inszenierung sein muss.

3) Kunst


Theater – die Oper, das Schauspiel, der Tanz – ist dabei mehr als ein Kommunikationsort, es ist ein Ort der Kunst. Zu den großen Stoffen der Theaterliteratur wie der Operngeschichte gehört eine Empfindlichkeit für die tragische Situation des Einzelnen jenseits von ideologischen Lösungen. Pathos und Klage, Trauer und Emphase, Amok und Depression sind ein Einspruch gegen die politische und soziale Realität, sie markieren dabei aber auch die schmerzhafte Grenze der politischen Aufklärung. Selbstverständlich ist das Theater aber auch ein Ort der Unterhaltung, des Spiels, des Lachens, der Schönheit und des Unsinns – eine Gegenwelt zu der durchgetakteten Welt der Effizienz, die alles und alle durchdringt.


3) Replik: Kunst

Nur Theaterzombies können den Ort der Kunst als unterhaltsamen und definierten Einspruch gegen die politische und soziale Realität begreifen, als Gegenwelt der „durchgetakteten“ Realität! Die Welt des Theaters ist – und das war sie weder bei Shakespeare noch bei Mozart oder Wagner – keine ästhetische Gegenwelt, kein ausschließliches Versuchslabor – es war, ist und muss Abbild sein, Kompressor des Gegenwärtigen, Verdauungsapparat. Das Theater hat kein Monopol auf das Absurde, Unsinnige und Spielerische, das doch in der Welt, im Menschsein angelegt ist. Die Bühne ist, wenn sie wirken will, kein Kuschelzoo, sondern das radikal unverschämte Extrem unserer Wirklichkeit.



4) Risiko


Banken handeln immer mit den Risiken von Zahlungsversprechen. Womit handeln Theater? Theater, sagt der Soziologe Dirk Baecker, handeln mit dem Risiko von Darstellungen. Das heißt, Darstellungen von Situationen und Vorgängen können scheitern und sie können glücken. Es geht beim Theatermachen um das Risiko der Darstellung von Risiken, die mit jedem sozialen Handeln einhergehen. Im Theater kann man sehen lernen, wie Schauspieler als Figuren Darstellungen auf dem Leim gehen, die sie als Schauspieler immer auch durchschauen. Sie sind handelnde und sich selbst beobachtende Teilnehmer eines kommunikativen Vorgang – und damit ein Modell für Agierende in sozialen Kontexten. Auch ein Modell für Kreative in gestalterischen Prozessen und ökonomischen Auftragssituationen. Wir sind alle Beobachter zweiter Ordnung geworden.


4) Replik: Risiko

So, und wenn ich nun noch einmal das Wort „Kreative“ lese, dann wird der Mob der Wirklichkeit dem aristrokatischen Theater, das in Wahrheit glaubt, die Welt verstehen zu können, Experimentierfeld der Wirklichkeit zu sein, den Sturm ansagen! Und wenn der Theatermann noch irgendeinen Soziologen zitiert, um sein Handeln und seine Arbeit zu legitimieren, statt sein Publikum, dessen Brereitschaft, sich all das anzusehen, was da auf der Bühne stattfindet – dann können wir den Laden gleich dicht machen! Theater ist kein virtueller Raum, in dem man eine Welt, die ist, wie sie ist, nach eigenen Bedingungen neu erstellt. Das Theater gestaltet keine eigene Welt, verdammt, sie ist Teil jener Welt, in der es steht! Teil des gleichen Diskurses, der gleichen Wahrhaftigkeiten, der gleichen Dialoge!


5) Sickster und Hipster


Die Gesellschaft der Negativität weicht einer Gesellschaft, die von einem Übermaß an Positivität beherrscht ist, sagt der Philosoph Han in seinem Essay “Die Müdigkeitsgesellschaft”. Han nennt es das neuronale Zeitalter, weil es unsere Nerven überfordert. Wir setzen uns selbst unter Druck, müssen alles können, dürfen nichts verpassen. Wir betreiben eine Selbstausbeutung, führen Krieg mit uns selbst. Die pathologische Landschaft der heutigen Gesellschaft heißt Depression, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Borderline oder Burnout. Die Rückseite ist eine “Positivität des Könnens”, durch welche der Mensch sich selbst optimiert, selbst designt, selbst sein Projekt erfindet, sein Ding macht – und dabei und darüber krank wird. Ulrich Beck sagt: “Ich bin verantwortlich für die Suppe, die ich mir selbst eingebrockt habe.” Hans Rezept gegen diese Erschöpfung heißt Verweigerung. “Nein” sagen, als Barthlebys berühmten Satz benutzen: “Ich möchte lieber nicht”, “I would prefer not to”. Und wir spielen Sickster nach dem Roman von Thomas Melle. Woyzeck mit der Musik von Tom Waits und natürlich Hamlet: the time is out of joint.


5) Replik: Sickster und Hipster


Intendanten, die um sich zu legitimieren in einer Minute fünf Leute zitieren, um dann zu behaupten, dass unsere Welt aus den Fugen sei und das Theater diese Fugen kitten könnte, dass ihr Haus Ort der ruhigen, unaufgeregten Suche sei, taugen höchstens selbst als Spielfiguren auf der Bühne. Tatsächlich leidet im Angesicht der Realität niemand mehr an Borderline, Existenzangst und Negativität als das Theater selbst! Es sucht seine Legitimation in der Anklage gegen das Sein des Menschen, statt Teil von ihm zu werden. Auch in der Gesellschaft der Geschwindigkeit bleiben die Ergriffenheit, die Freude, die Trauer – die Extrememotionen unangetastet. Das Theater der Jetztzeit behauptet nicht von Sickstern und Hipstern infiziert zu sein und redet doch im gleichen Ton, in der gleichen Sprache wie sie. Weil es das Vertrauen in den Menschen im virtuellen Kampf um Bedeutung verloren hat.



6) Der Loop 

Es gibt kein Weiter mehr. Kein geschichtsphilosophisches Versprechen. Kein Rauskommen aus der kleinen Stadt, keinen Bildungsaufstieg. Kein erstes Mal. Die Reaktionen auf den Loop als Lebensgefühl sind Regression und Selbstreflexion. Ein Ausweg aus dem Loop könnte die Erkenntnis sein, dass es andere Menschen gibt, die eine andere Perspektive haben. “Unbedingt wissen wollen, wie man selbst funktioniert, ist tendenziell rechts, unbedingt wissen wollen, was der andere sieht, tendenziell links.” – sagt Diedrich Diederichsen. Und das Theater ist der Ort, an dem man gemeinsam etwas sieht und gemeinsam erfährt, wie unterschiedlich jede und jeder etwas anderes sieht.

6) Replik: Der Loop

Der größte kulturelle Loop, das Arbeiten ohne Ziel, die sich selbstbefriedigende Selbstvergewisserung, die sich andauernd neu behauptende Selbstbedeutung, findet hauptsächlich im Stadttheater selbst statt. Selten gab es so viele Chancen, Möglichkeiten, so viel Diversität, einen derartigen Reichtum an Entfaltungsmöglichkeiten in unserer Realität wie heute. Und, ja, das im Loop befindliche Theater ist dabei unattraktiv geworden, wird links liegen gelassen und hauptsächlich von jenen Kulturzombies als Endstation ersehnt, die noch immer in eher links und eher rechts denken – und dabei auch noch moralische Ressentimens pflegen! Um unbedingt wissen zu wollen, wie etwas funktioniert geht man heute in die Welt und nicht mehr in das mit Diedrich Diedrichsen gedankenonanierende Theater!


7) Theater Bremen

Theater rechnen sich nicht. Kunst rechnet sich nicht. Allenfalls rechnet Kunst damit, dass sie scheitern kann. Das ist in einer Welt, in der alles sich rechnet und nichts scheitern darf, ein Einspruch und mehr als ein Wunschdenken. Und natürlich muss man, wenn man Theater macht, um jeden Cent kämpfen und mit jedem Cent rechnen. Die andere Behauptung ist die, dass das Theater einer der wenigen verbliebenen öffentlichen Orte gesellschaftlicher Auseinandersetzung und Selbstvergewisserung ist. Man kann es auch anders formulieren: das Theater ist ein Indikator, ob eine Gesellschaft, ob eine Stadt überhaupt ein Interesse hat, über sich selbst etwas zu erfahren. Deutungshoheiten hat das Theater dabei keine mehr. Um als Theater auf der Höhe der Zeit zu sein, muss das Theater Bremen jetzt auf vieles hören, muss vieles und unterschiedliches zur Kenntnis nehmen und nicht nur das, was im Theater passiert. Dass “etwas” nicht stimmt, merkt nur, wer vieles durch sich durchfließen lässt.

7) Replik: Theater Bremen

Wer, bitteschön, behauptet heute eigentlich noch ernsthaft, dass das Theater Bremen ein Ort sei, an dem gesellschaftliche Auseinandersetzung und Selbstvergewisserung stattfindet? Fakt ist doch, dass dieser Prozess, wenn er denn stattfindet höchstens noch die selbstreferenzielle Selbstvergewisserung des Theaters an sich bedeutet (tendenziell rechts .-). Fakt ist, das Theater hat sich in labyrinthisch-soziologisch-philosophischer Selbstrechtfertigung eingerichtet, unterteilt die Welt in die da draußen (schlecht) und die da drinnen (gut) und merkt nicht, dass von draußen niemand mehr reinschaut. Warum auch? Wenn das Theater Bremen sein Dasein und seine Subventionen legitimieren will, muss es endlich wieder alt aussehen, nicht nur im Logo, sondern im Herzen, das keine Trennung zwischen Übertheatermenschen und Untermenschenmenschen zulässt und das der einzigen, ewigen Kategorie des Spieles vertraut: der unbedingten Menschlichkeit.

AXEL BRÜGGEMANN

Kommentare:

  1. Die Polemik (Theaterzombies) gegen das Stadttheater (allgemein wie konkret Bremen) finde ich sehr unangemessen. Wieviele Produktionen haben Sie gesehen? Meist wird die Polemik von Leuten, die nicht ins Stadttheater gehen geführt. Die Repliken wären glaubhaft, würden sie anhand von konkreten Produktionen des Bremer Theater untermauert. Börgerding stellt seine Thesen ja immerhin im Bremer Theater Tag für Tag ein konkretes Programm zu Seite.

    Die Institution Theater sollte als System gewertschätzt werden, dass den Theaterschaffenden weitaus verlässlicher Jobs bietet als eine freie Szene, in der sich jeder selbst der nächste sein muss. Gerade dort wird auf extreme Weise "Markt" zelebriert, der oft schädlich ist für künstlerisches Wirken und zur Reproduktion von "Erfolgsproduktionsweisen" führt. Und ganz im Gegenteil der in einigen Repliken behauptet hat sich an vielen Stadtheatern gezeigt, dass sie viel wandlungsfähiger sind, als ihnen unterstellt wird - gerade das Bremer Theater ist doch dafür ein gutes Beispiel. In der eher symbiotischen Beziehung zwischen institutionalisierung und Freien Produzenten liegt die Qualität, die die Theater vielfach erkannt, und die in der freien Szene auch mehr und mehr wahrgenommen wird.





    David Bartusch

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  2. Lieber Herr Bartusch - es ist mein Job, regelmäßig Stadttheater in Deutschland zu besuchen! Das Theater Bremen besuche ich freiwillig regelmäßig. Und, mit Verlaub - aber Ihre Argumentation verstehe ich nicht. Die Legitimation für das Stadttheater sind feste Arbeitsplätze? Die Kohle-Subvention ist auch abgeschafft! Dass das Theater Bremen sich von der Stadt immer weiter entfernt machen allein die Kartenverkäufe deutlich. Und Regietheater-Aufgüsse von anno dazumal werden daran auch kaum etwas ändern. Subventionen werden für Experimente gezahlt, nicht für ein kunterbuntes Kokolores-Programm! Das Theater Bremen war einmal ein wesentlicher Teil des städtischen Diskurses. Das ist es schon lange nicht mehr. Oder welche konkrete Debatte führt es? Außer jener der Selbstlegitimation. Und, ja, Grund dafür ist die verräterische Sprache seines Intendanten: Er versucht sich durch philosophisch-soziologische Kronzeugen zu legitimieren und ihr Denken auf die Bühne zu bringen - statt das Theater als Begegnungsort von Menschen zu begreifen. Aber das Blablabla-Theater braucht niemand. Und, schlimmer noch: Ich bin eine Freund von Kunstsubventionen und finde es überaus gefährlich, diese so zu begründen wie Herr Börgerding das tut! Auf der Bühne dagegen ist von seinen Thesen nur wenig Sinnliches zu sehen! Dass Stadttheater wandlungsfähig sind - den Glauben verliere ich so langsam. Sie sind in erster Linie Häuser geworden, denen die Kraft fehlt, aktiv an der Dialogfhigkeit einer Stadt mitzuwirken. Sie haben sich die Inszenierung von der Politik, dem Individuum und den neuen Medien stehlen lassen - und vertrauen ihrer Urarbeit, der Menschlichkeit nicht mehr. Sie sind Auffangplätze für Künstler geworden, für die Kunst etwas mit Sicherheit zu tun hat. Diese Kunst aber ist keine Kunst - sie ist Bürokratie! Wo, bitteschön ist der Mut? Die Provokation? Das Neudenken konkret? Es tut mir leid - ich sehe sie nicht. Und welcher Künstler, der wirklich etwas zu sagen hat, nutzt noch die starren bürokratischen Strukturen eines Theaters, um sich auszudrücken? Wo ist der Dialog über Sprachformen und Sinn und Unsinn von Theatern? Pure Selbstbehauptung ist ekelig! Keiner will etwas mit Menschen zu tun haben, die ihr Handeln in Worten legitimieren müssen. Für mich ist all das ein Trauerspiel - weil eine Generation unsere Theater leitet, die explizit eine Grenze zwischen sich und der Gesellschaft zieht. Kein Wunder, wenn die Gesellschaft sich dann von diesen bedeutungsvollen Deutern abwendet - sie sind schon lange kein Teil mehr unseres alltäglichen Lebens!

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  3. Lieber Herr Brüggemann, Bravo! Hoffe sehr, dass Ihre deutlichen und klaren Worte mehr Salz in die Suppe bringen werden!
    Ihr
    Christoph Backes, u-institut

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  4. Kritik am einzelnen Theater: wichtig und unerlässlich. Erneuerung einfordern: Ebenso wichtig und unerlässlich. Aber das das Theater systemimanent perse keine künstlerische Qualität mehr erzeugen und dass es keine Künstler mit Aussagekraft mehr gibt, die auf die institutialisierte Strukturen zurückgreifen: eine Meinung, die ich absolut nicht teilen kann.

    Aber: ein absolutes Pro für gesicherte und damit eben oft auch institutionalisierte Produktionsbedingungen für Kulturschaffende. Das ist ein probates Mittel gegen Legitimierungsabsurdität und Kultur-Merkantilisierung (wer die besten Anträge schreibt wird gefördert oder die meisten "Likes" hat wird gefördert ...).

    Ich denke, dass viele Kritiker selbst auf die öffentlichen Töpfe schielen, um sich schließlich in einer ähnlichen Weise zu institutionalisieren. Nachvollziehbar.

    Denn das (finanzielle und lebensplanerische) Sicherheit und (große) Kunst sich ausschließen beruht auf einem Klischee, dass Nichtkünstler oft von Künstlern pflegen. Ich weiß nicht warum.

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